Ein Blick in die Sutterlüty Fleischtheke

aus „B’sundrig“ – Das Sutterlüty Magazin, Ausgabe 74

Wir Vorarlbergerinnen und Vorarlberger lieben Fleisch. Aber wir wollen keinesfalls im Dunkeln tappen, wenn es darum geht, was bei uns auf den Teller kommt. Deshalb haben wir gemeinsam mit unserem Frische-Einkaufsleiter Klaus Kohler und Category Manager Harald Leitner das Angebot in den Fleischtheken der Sutterlüty Märkte einmal ganz genau unter die Lupe genommen.

Ohne aufschneiden zu wollen:
Das Fleischangebot bei Sutterlüty hält, was es verspricht.

Als wir uns mit Klaus Kohler und Harald Leitner, beide zuständig für den Fleischeinkauf unserer Ländlemärkte, zum Lokalaugenschein an der Fleischtheke im Sutterlüty Markt in Egg treffen, haben wir nicht nur den großen Scheinwerfer im Gepäck, sondern auch jede Menge Fragen zum Thema Fleisch. Und schon wenige Minuten später sind wir um einige interessante Informationen reicher.

So bestätigen die beiden bei Sutterlüty für den Fleischeinkauf Hauptverantwortlichen gleich eingangs, wovon wir ohnehin ausgegangen sind: Als Vorreiter in der Vermarktung regionaler Lebensmittel gibt Sutterlüty natürlich auch den regionalen Fleischproduzenten ganz klar den Vorzug. Vorausgesetzt, die Qualität stimmt und die hohen Ansprüche an die Haltungsbedingungen können erfüllt werden. Das allerdings ist ohnehin nicht das Problem, denn immer mehr Betriebe in Vorarlberg nehmen ihre Verantwortung gegenüber Tier und Umwelt sehr ernst und leisten hervorragende Arbeit.

Seit den Sechzigerjahren hat sich der Fleischkonsum hierzulande nahezu verdreifacht.

„Die Schwierigkeit liegt vielmehr darin, dass die Nachfrage im Ländle bei Weitem nicht aus den eigenen Ställen gedeckt werden kann. Denn seit den Sechzigerjahren hat sich der Fleischkonsum hierzulande nahezu verdreifacht“, bringt Klaus Kohler Fakten zur Sprache, die uns dann doch überraschen. Wir Vorarlbergerinnen und Vorarlberger essen also die dreifache Menge an Fleisch wie noch vor rund 50 Jahren. Das hat natürlich auch Konsequenzen in Hinblick auf die Verfügbarkeit: Nur bei Lamm und Ziegenkitz kann der Bedarf im Land noch zu 100 Prozent mit Fleisch aus Vorarlberg abgedeckt werden. Bei Rind und Kalb sind es immerhin noch 60 Prozent. Bei Schweinefleisch nur mehr vier Prozent und bei Geflügel überhaupt nur noch ein Prozent.

Besonders deutlich wird die Diskrepanz, wenn man diesen Zahlen die bei Sutterlüty am häufigsten verkauften Fleischsorten gegenüberstellt: In den Ländlemärkten werden mengenmäßig übers Jahr gerechnet 46 Prozent Schweinefleisch, 18 Prozent Rindfleisch und 32 Prozent Geflügel verkauft. Die restlichen vier Prozent teilen sich Kalb, Lamm, Ziege und Wild.

WO IMMER ES GEHT: AUS DEM LÄNDLE …

… Das heißt: Auch wenn Sutterlüty am liebsten nur Fleisch aus Vorarlberg anbieten würde, es gibt dieses Fleisch nicht in der entsprechenden Menge. Aber warum ist das so? Eignet sich denn Vorarlberg nicht zur Schweinezucht? „Natürlich! Wer allerdings von der Schweinezucht leben und trotzdem nicht auf konventionelle und tierverachtende Mastmethoden zurückgreifen möchte, der muss eben einen höheren Preis verlangen, als viele Konsumentinnen und Konsumenten ihn zahlen können oder wollen“, fasst Category Manager Harald Leitner die Problematik zusammen. Die Konsequenz daraus: Für jene Betriebe, die Schweine in einer entsprechenden Größenordnung züchten könnten, zahlt sich der Aufwand schlichtweg nicht aus.

„Wo immer es deren Kapazitäten ermöglichen, beziehen wir unser Fleisch natürlich trotzdem von regionalen Partnern. Leider gibt es in Vorarlberg nur eine sehr begrenzte Anzahl an Betrieben, die einerseits eine gewisse Menge an Fleisch liefern können und andererseits die Qualitätsstandards einhalten können, die wir für eine Zusammenarbeit voraussetzen“, so Leitner weiter. Diese Qualitätskriterien betreffen in erster Linie die lückenlose Kennzeichnung, die Nachvollziehbarkeit der Herkunft oder das Alter und Gewicht der Tiere bei der Schlachtung. „Selbstverständlich legen wir auch großen Wert auf artgerechte Haltungsbedingungen wie Tageslicht und Platz im Stall, natürliche Einstreu, ausreichend Auslauf und gesundes Futter“, ergänzt Klaus Kohler.

Mit einigen der Vorarlberger Partnerbetriebe arbeitet das Team schon seit Jahren zusammen. Man kennt und vertraut einander. Auch ein Großteil der neueren Lieferanten konnte über persönliche Kontakte und Empfehlungen gefunden werden. „Wir betrachten unsere regionalen Lieferanten als Partner, denen wir auf Augenhöhe begegnen. Wir wissen, was möglich ist und was nicht. Deshalb stellen wir keine unerfüllbaren Anforderungen, sondern fördern unsere Partner in dem für sie möglichen Rahmen zur Weiterentwicklung“, fasst Klaus Kohler die Prinzipien der Zusammenarbeit zwischen den Ländlemärkten und den oftmals kleinen Züchtern zusammen.

… ABER IMMER ZU 100 % AUS ÖSTERREICH

Wo es, wie eben bei Schweinefleisch, beim besten Willen einfach nicht möglich ist, den Bedarf in Vorarlberg zu decken, greift Sutterlüty bei Schwein, Rind, Kalb, Lamm, Wild und Huhn zu 100% auf Fleisch aus Österreich zurück. Auch für die Qualitätssicherung in den Märkten ist gesorgt: Hier werden regelmäßig unangemeldete Überprüfungen durch die BOS-Rindfleischkennzeichnungskontrolle sowie die SGS-BIO-Kontrollstelle durchgeführt. Darüber hinaus unterzieht sich Sutterlüty freiwillig und kostenpflichtig Überprüfungen durch das REWE-Qualitätsmanagement. „Wir werden von der Einhaltung der Hygienevorschriften über die Verpackung bis zur Etikettierung genauestens durchleuchtet.“

Wo kommt welches Fleisch bei Sutterlüty her?

  • Sutterlüty’s Bio-Hennele: Ewald Bechter, Müselbach, und Jakob Behmann, St. Gerold
  • Sutterlüty’s Wälderhennele: Karlheinz Karu, Sulzberg
  • Huhn konventionell: Geflügel Wech, St. Andrä im Lavantthal, oder Huber’s Landhendl, Pfaffstätt
  • Sutterlüty’s Bio-Pute: Konrad Stark, Blons
  • Pute konventionell: Geflügel Wech, St. Andrä im Lavantthal, oder Huber’s Landhendl, teilweise aus Deutschland
  • Ländle-Ziegenkitz: Flötzerhof, Wolfurt
  • Lamm: Klaus Aberer, Bizau; Jakob Behmann, St. Gerold; Herbert Bischof, Sonntag; Gebhard Dorn, Riefensberg; Thomas Fink, Alberschwende; Rupert Fink, St. Gerold; Thomas Fitsch, Ludesch; Hubert Gaßner, Frastanz; Roman Gaßner, Frastanz; Michael Gaßner, Sulz; Günther Giselbrecht, Doren; Paul Gisinger, Koblach; Thomas Gmeiner, Bizau; Norbert Illmer, Feldkirch-Tisis; Franz Fechtig, Dornbirn; Egon Kathan, Fraxern; Christian Kohler, Dornbirn; Christoph Maier, Schruns; Gernot Mayer, Feldkirch; Thomas Rohner, Wolfurt; Josef Summer, Fraxern; Christoph Vonblon-Bürkle, Bürs; Mattigtaler Lamm e. U., Auerbach
  • Ländle-Kalbfleisch: von Vorarlberger Bauern*
  • Bio-Rind: von Reinhard Kräutler, Koblach, oder aus Österreich
  • Schwein und Rind: Großfurtner, St. Martin im Innkreis, Berghammer, Neunkirchen am Walde, Steirerfleisch, Wolfsberg im Schwarzautal
  • Bio-Schweinefleisch: Fa. Sonnberg, Unterweißenbach OÖ
  • Hirsch & Reh: zu 100 % aus Vorarlberger Wäldern
  • Restliches Wild: zu 100 % aus österreichischen Wäldern

* Eine detaillierte Liste erhalten Sie auf Anfrage per Mail an vorteilskarte@sutterluety.at

KEIN ETIKETTEN-SCHWINDEL!

An der Sutterlüty Fleischtheke tappen Kundinnen und Kunden also keineswegs im Dunkeln. Bei der breiten Palette an ganzjährigen und saisonalen Fleischspezialitäten aus dem Ländle oder aus Österreich stimmt nicht nur die Qualität, sondern auch die Beratung.

Vertrauenswürdig zu sein hat für uns den höchsten Stellenwert. Etikettenschwindel können und wollen wir uns nicht leisten.

Denn bei Sutterlüty setzt man auf Experten statt auf Halbwissen. 15 ausgebildete Fleischsommelièren und Fleischsommeliers sowie eine ganze Reihe an AMA-Grill-Trainern wissen, wovon sie sprechen, und beantworten Fragen zu den angebotenen Fleischspezialitäten gerne und fachlich kompetent. „Vertrauenswürdig zu sein hat für uns den höchsten Stellenwert. Etikettenschwindel können und wollen wir uns nicht leisten“, betont Klaus Kohler. „Wir sind es unseren Kundinnen und Kunden schuldig, unser Bestes zu tun, damit jede und jeder verantwortungsvoll entscheiden kann, welches Fleisch er oder sie kaufen will.“ In diesem Sinne treffen auch wir heute eine Entscheidung: Nämlich, dass es selbst bei einem so vorbildlichen Angebot wie bei Sutterlüty nicht schaden kann, hin und wieder auf Fleisch zu verzichten – und sich dafür das nächste Mal ein vielleicht etwas teureres, aber mit Sicherheit b’sundriges Stück Fleisch aus dem Ländle zu gönnen.