Das wichtigste ist, dass es unseren Gästen schmeckt

Das Café Deli im Hotel Bären in Mellau zählt laut Falstaff zu den besten im Ländle. Für das „Deli Superfrühstück“ ist frühes Reservieren Pflicht – dank der süßen und herzhaften Köstlichkeiten, die seit fast zehn Jahren die kreative Handschrift von Nadja Egle-Walch und Christine Felder tragen.

BREGENZERWÄLDER SUPERFRÜHSTÜCK, WIE KANN MAN SICH DAS VORSTELLEN?

Christine: Es gibt wirklich alles, was zu einem richtig guten Frühstück dazugehört: frisches Brot vom Dorfbäcker, hausgemachte Aufstriche und Marmeladen, verschiedene Müslis und natürlich Käse, Joghurt und Eier aus Vorarlberg. Außerdem machen wir abwechselnd Riebel, Porridge, einen Hirseauflauf und verschiedene Salate. Wir backen jeden Tag frischen Zopf, und in der Vitrine findet man immer eine große Auswahl an hausgemachten Kuchen. Dazu gibt es großartigen Kaffee, verschiedenste Teesorten und frische Säfte.

EUER ANGEBOT IST ZUM GROSSTEIL VEGETARISCH UND VIELES KOMMT AUS DER REGION …

Christine: Ja, genau. Das einzige „Fleischige“, was wir haben, ist ein richtig guter Schinken von Peter Gmeiner in Langenegg. Und zu besonderen Anlässen gibt es geräucherte Forelle aus dem Bodensee.

Nadja: Wir achten sehr darauf, dass wir alles, was es bei uns gibt, aus der Region beziehen.
Und bei unserer sonstigen Auswahl achten wir darauf, unseren Gästen das anzubieten, was gerade Saison hat. Oder wir verarbeiten regionale Zutaten, die man sonst selten oder gar nicht in diesem Kontext bekommt. Im Herbst backen wir zum Beispiel viel mit Quitten oder Kürbis. Es gibt bei uns auch Rote-Beete-Kuchen.

SELBST DER BESTE BRUNCH GEHT IRGENDWANN ZU ENDE. WAS GIBT ES DENN DANACH IM DELI?

Christine: Zu Mittag gibt es kleine Gerichte wie Quiche oder Focaccia, Ziegenkäse oder Falafel mit Salat und auch immer einen Eintopf. Hier ist dann alles vegetarisch oder vegan – und solange der Vorrat reicht, auch zum Mitnehmen. Das gilt übrigens auch für unsere Kuchen.

FALSTAFF BEZEICHNET DAS CAFÉ ALS „GENUSSORT DER SUPERLATIVE“. LEGT IHR GROSSEN WERT AUF SOLCHE BESTÄTIGUNGEN?

Nadja: Natürlich macht uns das stolz. Aber das Wichtigste ist, dass es unseren Gästen schmeckt.

Christine: Es war nie mein Ziel, jemandem zu imponieren. Ich mache einfach das, was ich gerne tue. Es gibt da draußen (deutet in Richtung Flur) eine Wand, an der die Gäste eine Botschaft hinterlassen können. Einmal hat jemand geschrieben: „Bestes Frühstück im ganzen Universum“. Das sind für mich die schönsten Bestätigungen.

WAS STEHT FÜR EUCH BEIM KOCHEN UND BACKEN IM VORDERGRUND?

Nadja: Kreativität und die Freude am Ausprobieren. Das ist das Schöne hier im Deli, wir müssen nicht nach einem strengen Plan jeden Tag dasselbe zubereiten.

Christine: Das stimmt. Wir inspirieren uns auch sehr oft gegenseitig.

Nadja: Wenn die eine etwas gefunden hat, was ihr gefällt, probiert die andere und hat dann oft eine ganz neue Idee dazu.

Christine: So wie bei unserem Radieschenaufstrich zum Beispiel. Den habe ich gemacht und gemerkt, dass irgendwas fehlt. Dann habe ich Nadja probieren lassen, und sie meinte, ich solle es mit Orangensaft probieren.

ORANGENSAFT?

Nadja: Mir hat ein bisschen Säure gefehlt, aber Zitronensaft wäre mir zu intensiv gewesen. Und ich hatte gerade eine Orange in der Hand … (lacht). Ein Spritzer Orangensaft und ein bisschen Abrieb haben dann tatsächlich gut gepasst.

WENN IHR NICHT GERADE EINE PASSENDE ZUTAT IN DER HAND HABT, WO HOLT IHR EUCH INSPIRATION?

Nadja: Wir lassen uns sehr von Yotam Ottolenghi inspirieren. Aber wir haben hunderte Kochbücher zu Hause und schauen immer wieder, was wir daraus für uns umsetzen können. Als ich angefangen habe, gab es zum Beispiel noch keine Salate. Da haben alle nur den Kopf geschüttelt – zum Frühstück esse doch kein Mensch Salat! Mittlerweile haben wir acht besondere Salate, die man sonst nirgendwo bekommt.

Christine: Eva Fischer ist auch ein ganz großes Vorbild für uns. Als sie ihr erstes Buch herausgebracht hat, haben wir fast alles durchgekocht. Inzwischen ist sie Stammkundin bei uns.

SO VIEL KREATIVITÄT UND FREUDE AM KOCHEN UND BACKEN SCHREIEN FÖRMLICH NACH EINEM EIGENEN KOCH- ODER BACKBUCH. IST DA ETWAS IN PLANUNG?

Christine: Es fragen tatsächlich sehr viele Leute nach unseren Rezepten oder warum wir kein eigenes Kochbuch haben.

Nadja: Vielleicht kommt das noch irgendwann. Bis dahin habt ihr ja jetzt einen kleinen Vorgeschmack.