BRATPAPRIKA WIE IN SPANIEN

Tapas olé

Pimientos de Padrón … Spanien-Fans läuft bei diesen Worten vermutlich das Wasser im Mund zusammen, denn dort bekommt man die kleinen grünen Bratpaprika in jeder Tapas-Bar. Wer nicht auf den Urlaub warten möchte, findet die knackige Köstlichkeit schon bald auch bei Sutterlüty – erntefrisch aus Polders Garten in Hard.

Im Juni grünt es bereits dicht und üppig im großzügigen Gewächshaus von Polders Garten, aber noch ist Harald Köhlmeier zwischen seinen Paprikapflanzen deutlich auszumachen. Bald jedoch werden sie ihm wieder „über den Kopf wachsen“ – und dann ist es Zeit für die Ernte seiner Pimientos de Padrón, die  demnächst wieder in den Ländlemärkten als Sutterlüty’s Bratpaprika erhältlich sein werden.

EINE IDEE MIT WURZELN IN SPANIEN

Pimientos de Padrón stammen aus Spanien – wie so einiges, das Haralds Lebensweg eine überraschende Wendung gegeben hat. Denn seine ersten Schritte als Bio-Bauer hat der ehemalige Bürgermeister von Hard mit einer anderen Pflanze aus Spanien gemacht: Polders Garten ist vor allem für hochwertige Bio-Aloe-Vera bekannt, die einzige übrigens, die im deutschsprachigen Europa angebaut wird. Die Mutterpflanze seiner Ableger hat Harald vor mehr als zwanzig Jahren aus einem Spanienurlaub mitgebracht. Womöglich hat er damals auch das erste Mal in einer Tapasbar Pimientos de Padrón gegessen, so genau weiß er das nicht mehr.

SPEZIELLES, DAS SONST NIEMAND MACHT

„Ich konzentriere mich auf Spezielles, das sonst niemand macht“, erzählt Harald. „Normale Paprika kriegt man ja überall, aber die hier nicht“, sagt er und reicht uns eine der rund fünf Zentimeter langen Schoten. Pimientos werden grün geerntet, dann haben sie ihren charakteristischen, fruchtigen Geschmack. Lässt man die Früchte reifen, werden sie, wie die meisten Paprikasorten, irgendwann rot und entwickeln eine kräftige Schärfe. „Darum ernten wir nur bis Ende August, Anfang September, dann sind sie noch schön mild.“ Genau richtig also für die Grillsaison, denn gegrillt schmecken sie am besten. „…mit ein bisschen Olivenöl, einer Prise grobem Meersalz oder Fleur de Sel – mehr braucht es nicht“, schwärmt Harald.

VOM BÜRGERMEISTER ZUM BIO-GEMÜSEBAUERN

Während Harald sich wieder seinen Paprikastauden zuwendet, kommen wir ein wenig ins Plaudern. Wir fragen, wie es denn dazu gekommen sei, dass ein ehemaliger Bürgermeister auf Bio-Gemüsebau umgesattelt hat. „Das liegt bei uns ein wenig in der Familie“, erzählt Harald. „Mein Urgroßvater Leopold war schon Landwirt.“ Nach dessen Hausnamen „Polder“ ist auch Haralds Betrieb benannt. Als ihm selbst dann nach zehn Jahren im Bürgermeisteramt klar geworden sei, dass dieser Job auf Dauer zu viel von seinem Familienleben abverlangt, habe er sich 2019 entschieden, zurückzutreten. Während der Pandemie habe er auch endlich einmal Zeit gehabt, in sich zu gehen. Ein Gedanke habe ihn damals nicht mehr losgelassen: Ob es nicht möglich wäre, auch in Vorarlberg Aloe vera anzubauen. „Wir haben dann als Familie gemeinsam entschieden, es einfach zu probieren.“

BIO UND IN TOP-QUALITÄT

Naturnaher Anbau, höchste Qualität und ein möglichst geringer ökologischer Fußabdruck sind Harald bei allen seinen Pflanzen wichtig. Deshalb hat er den Betrieb auch bio-zertifizieren lassen. 1,5 Hektar gehören zu Polders Garten, das meiste davon direkt um das Gewächshaus herum. Auch hier draußen wachsen Pimientos und scharfe Chili de Cayenne, die ebenfalls bei Sutterlüty  erhältlich sein werden. Die Pflanzen im Freien brauchen allerdings noch ein bisschen, weil sie später ausgepflanzt worden sind. „Über den Winter ist hier Wickroggen gewachsen, das ist ein super Gründünger“, erklärt Harald. Im Gewächshaus selbst ist es schwieriger, die Fruchtfolge einzuhalten, aber auch das bekommt Harald hin. Einfallsreichtum braucht es so oder so, wenn man als kleiner Bio-Gemüsebauer von der Landwirtschaft leben möchte. Doch an Ideen mangelt es Harald ganz sicher nicht. „Ich probiere vieles aus, und das meiste ist sehr  vielversprechend“, sagt er, und ein Lächeln umspielt seine Mundwinkel. Wer weiß, womöglich wird es auch bei Sutterlüty schon bald wieder Neuigkeiten aus Polders Garten zu entdecken geben – und bis dahin genießen wir einfach die köstlichen Sutterlüty’s Bratpaprika. Olé!