Sutterlüty’s Eisgenuss
Echt cremig
Seit einem Jahr riecht es am Kohlerhof in Au nicht mehr nur nach Käse, Joghurt oder Topfen. Alle paar Tage zieht auch süßer Zuckerstubenduft durchs Sennhaus – dann entsteht hier der feine Sutterlüty’s Eisgenuss.
DAS ISCH EATS!
Eis zu machen, stand bei Verena Kohler schon länger auf der Liste der Dinge, die sie ausprobieren wollte. Immerhin gibt es am Kohlerhof die wichtigste Zutat dafür in bester Qualität: frische Milch von den eigenen Kühen. Also überzeugte sie Martin Kohler vergangenen Sommer, dem Projekt eine Chance zu geben. Danach ging alles überraschend schnell. Eine gebrauchte Eismaschine wurde organisiert, erste Rezepte ausprobiert, und schon nach den ersten Versuchen war für Verena klar: „Das isch eats.“ Damit nicht nur sie selbst begeistert war, wurden Familie und Freund*innen kurzerhand zur Genussjury erklärt. Die Rückmeldungen waren eindeutig – und so entstand wenig später der Sutterlüty’s Eisgenuss vom Kohlerhof. Für uns hat sich Verena sogar ein eigenes Rezept einfallen lassen.
RICHTIG GUTES EIS
Zuerst wurde die Produktion mit einer besseren Maschine und einem Schockfroster aufgepeppt. Der bildet nämlich sehr schnell einen gefrorenen Mantel um die Eismasse. „So kann das Eis im Kern wunderbar binden.“ Je besser sich die Moleküle im Eis nämlich verbinden, desto cremiger und feiner zergeht das Eis danach auf der Zunge. Für Verena ist genau das das wichtigste Qualitätsmerkmal. Bei manchen Industrieherstellern kommt die Cremigkeit dagegen eher von der Luft, die in das Eis hineingeschlagen wird. Luft will man am Kohlerhof aber nicht verkaufen.
DER GESCHMACK ZÄHLT
Dafür liefert die eigene Milch die beste Grundlage. Frisch gemolken wird sie pasteurisiert und anschließend in einer großen Wanne mit Zucker sowie etwas Guarkern- und Johannisbrotkernmehl zur Eisbasis verarbeitet. Dabei ist Verena wichtig, dass das Eis nicht einfach nur süß schmeckt. Statt klassischem Industriezucker verwendet sie eine Mischung aus Dextrose und Glukose. Das sorgt für eine angenehm zurückhaltende
Süße und eine geschmeidige Masse. Nach dem Schockfrosten kommt die Basismasse für zwölf Stunden in den Kühlraum, wo sie ihre besonders cremige Konsistenz entwickelt.
GESCHMACKSSACHE
Im letzten Schritt bekommt die Grundmasse ihren Geschmack. Dabei kommt beim Sutterlüty’s Eisgenuss neben der Milch noch ein weiterer Ländleheld ins Spiel: Erdbeeren vom Winderhof. Seit Mai gibt es die frisch aus dem Hohenemser Ried. Nach dem Waschen und Putzen wandern die ganzen Beerle direkt in die Eismaschine, wo sie mit der Basismasse vermengt werden. Das macht das Erdbeereis nicht nur b’sundrig fruchtig, sondern sorgt auch für die perfekte Konsistenz – ein wichtiger Unterschied zu vielen Industrieherstellern, die häufig mit zugekauftem Erdbeerpüree arbeiten. Dieses hat deutlich weniger Geschmack als frische, ganze Erdbeeren.
Wenn sich im Sutterlüty’s Eisgenuss also kleine Erdbeerstückle finden, ist das kein Zufall, sondern ein echtes Qualitätsmerkmal. Natürlich wachsen die Erdbeeren auf dem Winderhof nicht das ganze Jahr über. Deshalb wird schon im Sommer ein Vorrat für die Eisproduktion angelegt. Aber auch Vanille und Schokolade haben es in sich: Für das Vanilleeis verwendet Verena echte Vanille samt Samen, während für die Schokoladesorte geschmolzene Schokolade mit Kakaopulver vermengt wird. Wir dürfen von den drei Sorten eine Geschmacksprobe nehmen – und staunen schon beim ersten Löffel, wie lecker handgemachtes Eis aus frischer Milch schmeckt. Für Verena bleibt die Sache trotzdem klar: „Erdbeere ist einfach unschlagbar.“