ZWISCHEN WALD UND WASSER

AUF ENTDECKUNGSTOUR AM RHEINSPITZ

Kühle Auen, weite Streuwiesen, die Berge im Rücken, der tiefblaue Bodensee im Blick – diese einfache Runde um den Rheinspitz ist wie gemacht für große und kleine Abenteurer*innen.

MÄRCHENHAFTER WALD

Mit den Rucksäcken voller Proviant und Grillholz starten wir unseren Ausflug am Parkplatz Rheinholz in Gaißau. Noch ist der Auwald, der dem Bodensee hier vorgelagert ist, taufrisch, und auch an Sommertagen bleibt er herrlich kühl. Es kommt einem fast vor wie im Märchen – hohe Eichen, Ahorne, Pappeln und Föhren säumen den breiten Spazierweg, rundum liegt alles in dichtem Grün. Bei der ersten Abzweigung nach etwa 300 Metern halten wir uns rechts und passieren die Alpe Rheinholz, die niedrigstgelegene Alpe Österreichs. Es ist eine sogenannte Tieflandalpe: Zwischen Bodenseeluft und weitem Himmel zieht das Vieh hier vor allem im Frühling und Herbst gemächlich über die dahinter liegenden Wiesen – und hält sie ganz nebenbei offen: Denn wo die Tiere weiden, kann sich der Wald das Gebiet nicht zurückerobern. So bleibt dieaußergewöhnliche Artenvielfalt dieses über Jahrzehnte gewachsenen Biotops erhalten.

Am Ende des Auwalds geht es durch das hohe Schilf zum See. Während das Lagerfeuer entfacht wird und die ersten Schüblinge über die Glut kommen, breitet sich mit dem Blick auf den See richtige Urlaubsstimmung aus. Nach dem Schmaus bleibt noch genügend Zeit, um am Ufer zu spielen – oder mit dem Fernglas auf Entdeckungstour zu gehen.

SCHWÄBISCHES MEER

Über den breiten Weg erreichen wir bald den schmalen Saum von Streuwiesen – dahinter öffnet sich die Weite des Bodensees. Wer dieses Gebiet weiter erkunden möchte, kann hier rechts zum Entenbad abzweigen und gelangt über den Wetterwinkel zurück zum Parkplatz. Dabei ist allerdings wichtig, dass man auf den ausgewiesenen Wegen bleibt – was natürlich für das ganze Naturschutzgebiet Rheinholz gilt. Unser Weg führt weiter Richtung Badestrand, also gegen den Uhrzeigersinn um den Rheinspitz. Der Kiesstrand wirkt fast maritim – karg, windoffen, mit knorrigen Bäumen und struppigen Büschen, so macht der Bodensee seinem Beinamen „Schwäbisches Meer“ alle Ehre. Aus dem Wasser ragen Holzpfähle, dahinter glitzert das weite Wasser. Wie aufgefädelt sitzt da eine Reihe von Kormoranen, die das Gebiet schon längst für sich erobert haben. Bevor der Uferweg wieder landeinwärts führt, liegt hinter einem Zaun der Badestrand des Rheinspitz. Hier ist Grillen erlaubt und es gibt zahlreiche Feuerstellen. Während die Großen Feuer machen, sind die Kleinen schon beschäftigt: Steinmännle bauen, Muscheln sammeln, planschen, baden, verstecken – es gibt viel zu tun. Die Grillerei ist simpel – Schübling, St. Galler und Bratwürste, dazu Wurzelbrot und Rohkost. Wer es bequemer mag, kehrt beim Rheinholzkiosk zu.

ABENTEUER PUR!

Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns wieder auf den Rückweg, für den es unterschiedliche Varianten gibt: Der schnellste Weg ist auch der bequemste; er führt direkt durch den Auwald zurück zum Parkplatz und ist mit Laufrädle, Fahrrad oder Bollerwagen gut machbar. Reizvoller ist der alte Zollweg: ein schmaler Pfad, der sich über Stock und Stein dem alten Rhein entlangzieht. Immer wieder gibt es kleine Hindernisse zu überwinden, denn das Altholz darf hier liegen bleiben. Laufen, springen, kraxeln – hier können sich Kinder so richtig austoben und dabei den Wald hautnah erleben. Nach rund dreißig Minuten zweigen wir links wieder zum Hauptweg ab und genießen die letzten Meter im kühlen Grün des Auwalds. Was für ein herrlicher Ausflug – wir kommen bestimmt wieder!