KOLUMNE
GRILLEN IST MEHR ALS ESSEN
Es ist für viele das ultimative Sommererlebnis: Mit der Familie zum Grillen an die Ach. Familie? Grillen? Ach? Ist das nicht ein bisschen viel auf einmal und dann vielleicht nur noch: Ach! Aber nein! Es ist dreifach gut: Grillen: Was sonst?! Natürlich nehmen wir nicht nur Fleisch und Würste, sondern auch frisches Obst und knackiges Gemüse mit, Brot und ein Kuchen gehören ebenfalls dazu. Familie: Wer sonst?! Und wenn sie da und dort ein bisschen schwierig sein sollte, sind dazu noch vier, fünf beste Freunde und Freundinnen dabei. Schließlich, an der Ach: Wo sonst?! Man darf es nur nicht zu eng sehen. Es kann auch am See sein, oder im Wald, aber Vorsicht mit dem Feuer.
Das Grillen in der freien Natur hat für mich einerseits etwas Pfadfinderhaft-Romantisch-Halbwildes und andererseits etwas Kulinarisch-Feinschmeckerisch Genießerisches. Beides ist da, das Letztere überwiegt zwar mehr und mehr, aber insgeheim ist es das Kind im Mann, der Abenteurer, der Freigeist gar, der zum Zug kommt. Das tut gut. Es befreit von allzu steifen, gekünstelten Manieren und Vorgaben.
Plötzlich geht es dann nicht mehr nur ums Essen, nicht einmal ums Trinken. Tatsächlich rücken die Natur und die Menschen um mich herum in den Vordergrund. Da ist sie wieder, die fast schon vergessene Erfahrung, eins zu sein mit allen und allem rundum – und mit mir selbst. Dann noch ein paar Kartoffeln in die Glut, und schön langsam wird es Abend und Zeit, aufzuräumen und zusammenzupacken. Was bleibt, ist das Gefühl einer Freiheit, für die im Alltag Platz zu schaffen ist.